von Lorenz Saathoff (Gewinner Masterpreis 2023)
Neuartige Konzepte des bedarfsorientierten Nahverkehrs (engl. Demand-Responsive Transport) werden im Sinne der Verkehrswende als vielversprechende Lösungsansätze für notwendige Veränderungen im Mobilitätssektor diskutiert. Zusätzlich zum Ausbau des ÖPNV muss dessen Attraktivität gesteigert werden, um Anreize für den Umstieg zu setzen und damit den Anteil des Umweltverbunds am Modal Split zu erhöhen. Die Ergebnisse der Studie [1] in Bezug auf die Einflüsse von Anreizen für einen Wechsel zeigen, dass eine bessere Anbindung im Sinne hoher Pünktlichkeit, Taktung und Flexibilität den größten Einfluss aufweist. Bei der Verbesserung des Anschlusses bisher noch nicht ausreichend erschlossener Gebiete können Dial-a-Ride-Services (DARS) einen wichtigen Beitrag leisten, welche in der mit dem Masterarbeitspreis der GOR ausgezeichneten Arbeit [2] näher betrachtet werden.
Solche bedarfsorientierten Verkehrsmittel zeichnen sich dadurch aus, dass Fahrgäste auf Basis mobiler Applikationen die Möglichkeit erhalten, Fahrten innerhalb des Geschäftsgebiets kurzfristig online zu buchen. Die Anbieter versuchen, die angefragten Fahrten möglichst zu bündeln, um eine optimale Auslastung der Fahrzeuge (zumeist Minibusse) zu gewährleisten, ohne den Reisenden zu starke Unannehmlichkeiten in Form von Umwegen und Wartezeiten zu bereiten. Anbieter solcher Dienste sehen sich mit dem in der Wissenschaft als Dial-a-Ride-Problem (DARP) bezeichneten Planungsproblem konfrontiert. In dessen Rahmen gilt es, zu entscheiden, welche Fahrtanfrage welchem Fahrzeug zugeordnet wird und in welcher Reihenfolge die Wagen die Fahrgäste bedienen sollten. Aufgrund operativer Einschränkungen und anderer Vorgaben, die das Finden einer im Sinne eines Ziels oder mehrerer Ziele optimalen Lösung erschweren, handelt es sich hierbei um ein komplexes Entscheidungsproblem.
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